08.02.2018 - Rückzug offenbar keine Option: Bayer-Chef will Monsanto-Übernahme im Frühjahr abschließen

Trotz der abermaligen Verlängerung der Prüffrist seitens der Europäischen Union bleibt der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann bei seiner Überzeugung, die Übernahme des amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto in diesem Frühjahr abschließen zu können. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sprach er weiterhin von "early 2018".

Wie er sagt, gingen die Wettbewerbsbehörden extrem tief ins Detail. "Wir haben inzwischen mehrere Millionen Dokumente vorgelegt." Bayer ist dazu bereit, zusätzliche Geschäfte an Wettbewerber zu verkaufen, sollten die Wettbewerbsbehörden dies fordern.

In dem mit Monsanto im September 2016 geschlossenen Vertrag hat sich Bayer zwar das Recht einräumen lassen, bei Auflagen mit einem Umsatzvolumen von 1,6 Milliarden Euro einseitig vom Vertrag zurücktreten zu können. Im Gespräch mit der Zeitung beschreibt Baumann dies aber als eine gewählte Vertragsklausel, nicht als starre Grenze.

Sollten die Kartellverpflichtungen über diese Umsatzgröße hinausgehen, zähle weiterhin die wirtschaftliche Betrachtungsweise, betont Baumann. "Wenn wir uns aus der Transaktion zurückzögen, würden wir auf eine extrem wertschaffende Akquisition verzichten und zusätzlich noch 2 Milliarden Dollar Strafe zahlen, wo ist da der Sinn?", fragt er mit Blick auf die mit Monsanto vereinbarte Abstandszahlung, sollte der Vertrag nicht zustande kommen.

Mit BASF hat Bayer schon den Verkauf von Agrarchemiegeschäften mit einem Umsatz von rund 1,6 Milliarden Dollar vereinbart. Aktionäre dürfen sich wohl darauf einstellen, dass die angekündigte Kapitalerhöhung geringer ausfällt als bisher geplant. Denn im Gespräch verweist Baumann unter anderem auf den weiter fortgeschrittenen Schuldenabbau bei Monsanto und die deutlich höher als ursprünglich geplant ausgefallenen Erlöse aus dem Verkauf der Covestro-Aktien.

MBI/DJN/ssc/8.2.2018

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