12.07.2019 - Niedriger besteuert: Indien verändert internationale Zoll-Bezeichnung für Mais

Indien hat offenbar seine Klassifizierungen für Importmais geändert, um eine hohe Importsteuer zu umgehen und damit einem Aufruf der Geflügelindustrie nach mehr Futtermais nachzukommen. Zu diesem Zweck hat die Regierung Reuters zufolge die HS-Nummern für Mais modifiziert. "Mit der Änderung des HS-Codes für Futtermais weitet die Regierung den Flaschenhals für Importe", sagte eine Marktstimme. Das Harmonisierte System (HS) ist ein international standardisiertes, aus Nummern bestehendes Warenverzeichnis, das weltweit alle Handelsgüter erfasst, die eine Zollgrenze überqueren, und nach ihrer Besonderheit einstuft. Das System hat die Weltzollorganisation (WZO) entwickelt und pflegt es weiter.

Die indische Regierung hat damit den Weg freigemacht für die Einfuhr von 500.000 t Mais unter dem für 2019/20 geltenden, niedriger besteuerten Tarifquotensystem. Bisher waren per Tender 400.000 t Mais ausgeschrieben, nun sind noch einmal 100.000 t dazugekommen. Bisher war Mais unter dem HS-Code für "Popcorn" erfasst, was es unmöglich machte, die Ware unter dem begünstigten Quotensystem laufen zu lassen. Für diese Ware gilt ein Importzoll von 60 Prozent. Mit der neuen Nummerierung sinkt die Steuer auf 15 Prozent.

Das bedeutet, dass Indien in Kürze verstärkt zu Tendern aufrufen könnte, denn die heimische Maisernte startet erst im September und dauert bis in den Oktober hinein. Indien bevorzugt gentechnisch nicht veränderten Mais, sodass die Ukraine theoretisch unter den Lieferanten sein müsste. Allerdings ist der Zeitpunkt für den ukrainischen Mais ungünstig, denn die alte Ernte gilt als quasi ausverkauft, während die neue erst im Oktober zur Verfügung stehen sollte.

MBI/11/ssc/ste/12.7.2019

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