07.06.2018 - Neuer Eigentümer: Bayer übernimmt alle Monsanto-Aktien

Der US-Saatguthersteller Monsanto gehört jetzt vollständig dem Bayer-Konzern. Am Donnerstag vor Börseneröffnung in New York vollzogen die Depotbanken den Kauf der Monsanto-Aktien zum vereinbarten Barpreis von je 128 US-Dollar. Das Papier verschwindet damit vom Kurszettel. Im S&P 500 ersetzt die Aktie von Twitter die von Monsanto. Obwohl neuer Eigentümer, muss Bayer Monsanto als eigenständiges Unternehmen zunächst unangetastet lassen. Die Integration in den DAX-Konzern kann erst beginnen, wenn der Verkauf aller Agrarbereiche von Bayer an BASF vollzogen ist, die die Leverkusener aus Wettbewerbsgründen aufgeben müssen. BASF braucht dazu selbst noch einige Genehmigungen von Kartellwächtern.

"In etwa in zwei Monaten" erwartet Bayer, mit der Eingliederung von Monsanto in die eigene Konzernstruktur beginnen zu können. Ab 2022 sollen durch geeignete Maßnahmen 1,2 Milliarden US-Dollar an Synergien gehoben werden. Bisher hat sich Bayer nicht dazu geäußert, wie viele Stellen im Zuge der Monsanto-Integration abgebaut werden müssen, um dieses Ziel zu erreichen.

"Heute ist ein guter Tag", sagte Bayer-Chef Werner Baumann, sowohl für die Landwirte, als auch für die Aktionäre und die Verbraucher. Angesichts der anhaltenden Kritik von Umweltschützern, Politikern und von manchen Landwirten an Monsanto erneuerte der Manager sein Versprechen, verstärkt mit gesellschaftlichen Gruppen ins Gespräch zu kommen. Hugh Grant, scheidender CEO von Monsanto erklärte: "Ich bin stolz auf den Weg, den wir als Monsanto eingeschlagen haben, und freue mich auf das gemeinsame Unternehmen, das die moderne Landwirtschaft vorantreibt."

Zur Finanzierung des Kaufpreises konnte Bayer auf einen Großkredit verschiedener Banken zurückgreifen. Um diesen so schnell wie möglich zurückzuführen, verkauft Bayer derzeit für 6 Milliarden Euro neue Aktien. Bis zum 19. Juni läuft die Bezugsrechtskapitalerhöhung.

MBI/DJN/ssc/7.6.2018

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