10.01.2019 - Maisexporte aus der Ukraine: Erstes Quartal 2019 als Schlüsselperiode

Die ersten drei Monate des Jahres 2019 könnten die Schlüsselperiode sein, um zu bestimmen, wie viel von der riesigen Maisernte der Ukraine in den Silos landet und wie viel den Exportmarkt überschwemmt. Mit fast 35 Millionen Tonnen wird die Maisernte 2018/19 die größte in der Geschichte der Ukraine sein, wie Agricensus weiter berichtet. Das USDA erwartet, dass das Land im Laufe des Wirtschaftsjahres davon bis zu 28 Mio t exportieren werde.

Aber Logistik, Wetter und Wettbewerb - sowohl aus anderen Regionen als auch von anderen Saaten - erfordern, dass die Ukraine beim Export das Optimum zwischen Januar und März herausholt, wenn der internationale Wettbewerb am stärksten eingeschränkt ist. "Von Januar bis März hat die Ukraine nur einen Wettbewerber, die USA, sodass sie ziemlich gut positioniert ist. Ich schätze, sie könnte leicht weitere 10 Mio t mithilfe von Geschäften mit China und dem Iran ausliefern", sagte ein Händler zu Agricensus.

Zu Beginn des Wirtschaftsjahres hat die Ukraine nach Angaben der Regierung bereits 9 Mio t Mais exportiert (MBI berichtete). Dieses Rekordniveau wurde trotz der Besorgnis über die Kapazität der Schienenlogistik des Landes erreicht. Die Ukraine gehörte im vierten Quartal 2018 zumeist zu den billigsten Herkünften weltweit, während die Wettbewerbsfähigkeit der US-Exporte durch die teureren Sojabohnen beeinträchtigt wurde, da chinesische Käufe die Frachtraten für Binnenschiffe und Schienengüter nach oben trieben.

"Diese nächsten Monate sind eine gute Chance, so viel wie möglich zu verkaufen", stimmte ein zweiter Marktbeteiligter zu. Denn der April werde die Rückkehr der Lieferungen aus Lateinamerika einläuten, insbesondere aus Argentinien. Sollte es der Ukraine gelingen, bis dahin 10 Mio t zu exportieren, müsse das Land von April bis September noch einmal rund 10 bis 12 Mio t exportieren, bevor die neue Ernte eintrifft.

"2,5 Mio t pro Monat sollten von April bis Juni realisierbar sein, was für die Monate Juli bis September maximal 2,5 Mio t übrig lässt", rechnete ein Händler vor. Aber Nachfrage, Preis und Logistik müssten nahezu perfekt verzahnt sein, um den Aufbau von Carryover-Beständen zu vermeiden. "Bisher haben wir keine Nachfrage aus Ägypten und dem Iran. Ich bezweifle, dass wir das alles exportieren können, also werden wir einen größeren Carryover haben", sagte ein anderer.

Zu den größten Exportkunden der Ukraine gehörten dem Bericht zufolge in den ersten Monaten 2018 ihre Hauptabnehmer Ägypten, China, EU und Iran. Zwischen Januar und April 2018 konnte das Land 8,5 Mio t Mais exportieren.

Aber nun es gibt Bedenken im Hinblick auf die Käuferseite. Denn China verhandelt derzeit mit den USA über die Normalisierung der Handelsbeziehungen. Es kursieren Gerüchte, dass die Volksrepublik in diesem Zusammenhang wieder US-Mais kaufen könnte. Zudem herrscht in der Ukraine angesichts der verschärften US-Sanktionen gegen den Iran Zurückhaltung beim Verkauf von Mais in das asiatische Land. Hinzu kommt, dass traditionelle ukrainische Zielmärkte wie Ägypten in den vergangenen Monaten von den USA dominiert wurden. Und die USA erwarten wieder eine große Maisernte.

Damit bleibt nur die EU übrig - ein Markt, der in dieser Saison riesige Mengen an ukrainischem Mais absorbiert, nachdem die Dürre 2018 die EU-Maisproduktion merklich beeinträchtigt hatte. Die Staatengemeinschaft wirbt aber zugleich um die Anerkennung der USA und verwies jüngst auf die steigenden Sojaimporte als Beweis für ihren guten Willen. Länder wie Spanien haben zudem in den vergangenen Monaten die Maisimporte aus den USA erhöht, trotz der starken Präsenz von gentechnisch veränderten Organismen im US-Mais.

MBI/12/sru/ste/10.1.2019

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