10.08.2018 - Kalidünger: K+S hat Probleme mit Logistik und Qualität in Kanada

Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S wird 2018 kein so gutes Ergebnis erzielen wie von Analysten erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde 660 bis 740 Millionen Euro erreichen, teilte der Kasseler MDAX-Konzern am Donnerstagabend überraschend mit. "Diese Spanne verfehlt die aktuellen Markterwartungen", hieß es in der Ad-hoc-Mitteilung. Der Konsens von Vara Research liege im Mittel bei 797 Millionen Euro. Offensichtlich schaut der Konzern weniger zuversichtlich in die Zukunft als die Beobachter. Diese hatten jüngst sehr positiv auf den erhöhten Ausblick des K+S-Wettbewerbers Nutrien reagiert. Da der aus der Fusion von Potash und Agrium hervorgegangene Konzern gleichzeitig auch Preiserhöhungen habe durchsetzen können, seien die Gewinnaussichten der Branche nun deutlich besser, urteilten Analysten Anfang August. Und auch das US-Unternehmen Mosaic hatte den Markt vor wenigen Tagen mit unerwartet guten Zahlen und einer Anhebung der Prognose überrascht.

K+S hat indes einige Sorgenkinder. Analysten von Baader Helvea verweisen auf Produktions- und Logistikschwierigkeiten im Werk im kanadischen Bethune, die sowohl Quantität als auch Qualität eingeschränkt hätten. Überdies gebe es einen Mangel an Arbeitskräften in den Minen am Standort Werra, was auch hier die Produktion reduziere. Beides habe auch einen negativen Einfluss auf den freien Cashflow. Für den Kapitalmarkttag von K+S am 5. September seien weiterhin positive Impulse zu erwarten, aber der Markt könne länger brauchen, diese auch umzusetzen, schreiben die Analysten.

Dass die Probleme in Kanada, wo seit rund einem Jahr Kalidünger produziert wird, sich im Ergebnis niederschlagen werden, hatte COO Mark Roberts im Juni im Gespräch mit dem Handelsblatt eingeräumt.

K+S selbst hatte bislang nur angekündigt, das EBITDA im laufenden Jahr "deutlich" steigern zu wollen. 2017 hatte das Unternehmen bei dieser Kennziffer 577 Millionen Euro erreicht. Ein Sprecher wollte sich auf Nachfrage von Dow Jones nicht zu Details der Geschäftsentwicklung äußern. Er verwies auf die Vorlage des Halbjahresberichts am 14. August.

Für das zweite Quartal berichteten die Kasseler ein EBITDA von 105,1 Millionen Euro, 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut Baader-Analysten wurde damit der Konsens um 13 Prozent verfehlt. K+S hält unverändert an dem Ziel fest, im kommenden Jahr einen positiven freien Cashflow zu erreichen.

MBI/DJN/ssc/10.8.2018

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