13.06.2018 - IVA: Biostimulantien brauchen Regulierung auf EU-Ebene

Die Zukunftsaussichten einer neuen Produktgruppe, der sogenannten Biostimulantien, hängt aus Sicht des Industrieverbands Agrar (IVA) von einer einheitlichen und innovationsfördernden Regulierung auf europäischer Ebene ab. Deshalb plädiert der Wirtschaftsverband, der die Interessen der agrochemischen Industrie in Deutschland vertritt, für eine solche Weichenstellung. Denn Biostimulantien könnten in den kommenden Jahren ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Landwirtschaft werden, argumentierte der IVA jetzt im Rahmen der DLG-Feldtage 2018.

Biostimulantien ist der Oberbegriff für eine neue Gruppe landwirtschaftlicher Betriebsmittel, wie der Verband erläutert. Diese Produkte umfassen demnach ein breites Spektrum von Pflanzenextrakten über Algenpräparate und Bodenmikroorganismen bis hin zu Huminstoffen - organischen Substanzen, die in Humusboden enthalten sind. Alle diese Produkte sollen die Nährstoffaufnahme der Pflanze verbessern oder sie widerstandsfähiger machen. Biostimulantien würden für Landwirte und Gärtner ein weiteres Element im integrierten Pflanzenbau, meint der IVA.

Wie der Verband betont, zählen diese Biostimulantien weder zu den Pflanzenschutzmitteln noch zu den Mineraldüngern. Daher fallen diese Produkte nach Ansicht des IVA auch nicht unter die entsprechende Regulierung dieser Produktgruppen. Der Gesetzgeber sei nun gefordert, auf europäischer Ebene eine einheitliche und klare Regulierung zu schaffen, fordert der IVA. Nur wenn die Anwender in der Landwirtschaft, aber auch die Verbraucher vom Nutzen der Biostimulantien überzeugt seien, könnten sie sich langfristig auf dem Markt etablieren, stellte Thomas Mannheim als Vertreter des Fachbereichs Biostimulantien des IVA und Leiter der agronomischen Forschung der EuroChem Agro GmbH dazu fest. Laut IVA konkurrieren auf dem europäischen Markt derzeit rund 200 Hersteller von Biostimulantien. Experten schätzen das Marktvolumen dieser Produkte in Europa auf rund eine halbe Milliarde Euro.

MBI/12/jc/ssc/13.6.2018

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