06.02.2018 - Handelsstreit geht in die nächste Runde: China erwägt Antidumpingzoll auf US-Sorghum

Der Handelsstreit zwischen China und den USA nimmt eine neue Dimension an. Das chinesische Handelsministerium prüft Antidumpingzölle auf Sorghum aus den USA. Große Mengen billiger Sorghum-Importe, subventioniert vom Staat, schadeten den chinesischen Erzeugern, so der Vorwurf.

Offiziell hat das Ministerium bei der Ankündigung der Maßnahme zwar keinen Bezug auf Trump genommen. Beobachter gehen dennoch davon aus, dass es sich um eine Antwort auf die von den USA eingeführten Zölle auf chinesische Solarmodule handelt. Die chinesische Regierung hatte bereits angekündigt, dass Peking Gegenmaßnahmen ergreifen würde, falls der Handel durch Trumps "America First"-Agenda beeinträchtigt wird.

US-Agrarprodukte sind ein naheliegendes Ziel für chinesische Antidumpingmaßnahmen. Denn in den von der Landwirtschaft geprägten US-Bundesstaaten lebt ein Großteil von Trumps Wählerschaft. Die US-Agrarwirtschaft ist von den Ausfuhren abhängig, und die Volksrepublik China ist einer der wichtigsten Märkte für US-Sorghum. 2013 gingen laut der nationalen Vereinigung der Sorghum-Produzenten mehr als 27 Millionen Tonnen des Getreides nach China. Entsprechend groß wäre der Schaden für die US-Erzeuger durch Zölle.

Das chinesische Handelsministerium erklärte seine Pläne unterdessen damit, dass die chinesischen Erzeuger als kleine Bauern neben den US-Farmern oft nicht wettbewerbsfähig seien.

MBI/DJN/map/ste/6.2.2018

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