12.06.2019 - Fediol: Politik muss Proteindefizit in Europa beseitigen

Der europäische Verband der Ölmühlen (Fediol) hat anlässlich seiner Jahreshauptversammlung in Brüssel seine politischen Prioritäten für die Zukunft des Agrar- und Ernährungssektors in Europa vorgestellt. In einem Leitfaden zeigt die Vereinigung auf, wie der europäische Protein- und Pflanzenölsektor dazu beitragen kann, dass Europa eine führende Rolle in der globalen Bio-Ökonomie einnimmt.

Nach Einschätzung von Fediol steht der Agrar- und Ernährungssektor vor großen Herausforderungen: Dazu zählen die weltweit steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und der starke Druck auf die Landwirtschaft durch Faktoren wie den Klimawandel. Zudem sieht Fediol Europa mit einem großen Defizit bei proteinreichen Nutzpflanzen konfrontiert, während die globale Nachfrage nach Proteinen in den kommenden Jahren voraussichtlich deutlich steigen wird.

Der Ansatz des Verbandes konzentriert sich den weiteren Angaben nach auf drei zentrale politische Prioritäten: An erster Stelle steht die Förderung eines Umfelds für Sicherheit, Qualität und Innovation in Europa, das Standards für sichere Lebensmittel gewährleistet und die Verbraucher in die Lage versetzt, fundierte Entscheidungen auf der Grundlage evidenzbasierter politischer Entscheidungen zu treffen. Zudem gelte es, die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Rohstoffe in Europa durch Maximierung des Wertes von Bio-Materialien und Beseitigung des europäischen Eiweißdefizits zu fördern. Dritter Punkt ist die Unterstützung verantwortungsvoller Lieferketten weltweit durch Handel und Zusammenarbeit.

"Die EU beginnt eine neue Legislaturperiode, die für die Gestaltung der Zukunft Europas von entscheidender Bedeutung sein wird. Daher fordern wir die politischen Entscheidungsträger auf, die Transformation unseres Ernährungssystems zu unterstützen und das Potenzial einer nachhaltigen Bio-Ökonomie freizusetzen", sagte Fediol-Präsident John Grossmann laut der Mitteilung. "Die nachhaltige Deckung der weltweiten Nachfrage nach Lebensmitteln ist die größte Herausforderung unserer Generation. Mit unserem Manifest präsentieren wir unsere Vision für die Zukunft des Agrar- und Ernährungssektors und unsere Verpflichtung, mit den Partnern der Lieferkette, politischen Entscheidungsträgern und anderen Interessengruppen zusammenzuarbeiten, um gemeinsame Antworten auf gemeinsame Herausforderungen zu finden", fügte er hinzu.

MBI/12/sru/ssc/12.6.2019

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