14.03.2019 - Ernteschätzung 2019: DRV erwartet mit 24,2 Mio t rund 19 Prozent mehr Weizen

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) geht in einer ersten Schätzung für dieses Jahr von einer Getreideernte in Höhe von 47,1 Millionen Tonnen aus. Das Ergebnis werde mit plus 24,1 Prozent erheblich über dem enttäuschenden Wert des Vorjahres liegen und den Fünf-Jahres-Durchschnitt erreichen, teilte der DRV jetzt mit. Für Weizen wird insgesamt von einer höheren Produktion von 24,2 (Vorjahr: 20,3) Mio t ausgegangen, was einem Plus von 19 Prozent entspricht. Enttäuschend fällt dagegen die Prognose für Raps aus.

Die Getreidebestände seien ohne nennenswerte Schäden durch das Winterhalbjahr gekommen, berichtet der DRV. Daher stünden die Zeichen für eine solide Getreideernte in diesem Jahr gut, erklärt der Getreidemarktexperte des Verbandes, Guido Seedler. Nach seinen Angaben könnte sich die Roggenernte besonders positiv entwickeln. Hier erwartet der DRV eine Erntemenge von 3,6 Millionen Tonnen. Das wären 62,3 Prozent mehr als im vorigen Jahr. Diesen Zuwachs führt der Verband in hohem Maße auf eine um 21,2 Prozent größere Anbaufläche als 2018 zurück. Allerdings bezweifelt Seedler, dass diese Flächen auch komplett gedroschen werden. Aufgrund der Futterknappheit in vielen Vieh haltenden Betrieben dürfte ein hoher Anteil der zusätzlichen Anbaufläche als Grünroggen geerntet werden, vermutet der DRV-Experte.

Bei Sommergerste rechnet der DRV mit einer Aussaatfläche von 370.000 Hektar. Diese fiele damit im Vorjahresvergleich um 16,8 Prozent kleiner aus. Für Hafer und Sommerweizen veranschlagt der DRV 130.600 bzw. 45.500 Hektar. Dies entspräche Einschränkungen um 7,0 bzw. 59,8 Prozent, wie der Verband erläutert. Die Fläche für Körnermais soll demnach mit 448.100 Hektar gemessen am Vorjahr spürbar um 9,0 Prozent ausgeweitet werden.

Bei Raps fällt die Prognose des DRV enttäuschend aus. Hier geht der Verband von einer Erntemenge in Höhe von 3,2 Millionen Tonnen aus. Im Vergleich mit den 3,7 Millionen Tonnen im Vorjahr würde das ein Minus von 13,0 Prozent bedeuten. Den Grund für dieses historisch niedrige Ergebnis sieht der DRV in einem "dramatischen Einbruch" bei den Aussaatflächen. Während zur Ernte 2018 noch rund 1,2 Millionen Hektar mit Raps bestellt wurden, soll sich diese Fläche 2019 aufgrund der ausgeprägten Sommertrockenheit im vergangenen Jahr um 25,1 Prozent auf 917.000 Hektar vermindern. Die Bestände haben sich laut DRV nach den schwierigen Startbedingungen aufgrund des feuchten und milden Novembers oftmals noch gut entwickelt und den Winter weitgehend unbeschadet überstanden. Lediglich im Norden und Nordosten seien die Bestände teilweise sehr schwach, berichtet Seedler. Deshalb sollen dort weitere Umbrüche drohen.

Nach Auskunft des DRV verläuft die Frühjahrsaussaat in diesem Jahr zweigeteilt: In den Frühsaatgebieten im Westen und Südwesten begann sie bereits in der zweiten Februarhälfte und wurde dort in weiten Teilen abgeschlossen, rund drei Wochen früher als im Mittel der vergangenen Jahre. Die kühlere und wechselhafte Witterung der vergangenen zwei Wochen soll die Bestellarbeiten allerdings weitgehend zum Erliegen gebracht haben. Die jüngsten, teilweise ergiebigen Niederschläge seien jedoch in vielen Regionen dringend benötigt worden, berichtet der DRV. Denn über die Wintermonate konnten demnach die Defizite des Vorjahres nicht ausgeglichen werden.

Gerade im Norden und Nordosten der Bundesrepublik ist nach den Erhebungen des Verbandes lediglich der Oberboden gut durchfeuchtet, die tieferen Bodenschichten dagegen sind weiterhin trocken. Hier werde in den kommenden Wochen eine kontinuierliche Wasserversorgung notwendig sein, stellt der Raiffeisenverband fest. Er rechnet damit, dass die Frühjahrsaussaat unter Hochtouren fortgesetzt wird, sobald die Wetter- und Bodenverhältnisse es zulassen.

MBI/12/jc/ssc/14.3.2019

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