08.01.2019 - 2,4 Millionen Euro: Baywa investiert in elektronische Saatgutbehandlung

Der Baywa-Konzern investiert in Ostdeutschland rund 2,4 Millionen Euro in eine neue Anlage zur elektronischen Saatgutbehandlung nach dem sogenannten E-Pura Verfahren. Damit soll eine steigende Nachfrage der Landwirte nach innovativen Pflanzenschutztechnologien bedient werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die neue Anlage ist demnach für den mobilen Einsatz an mehreren Baywa-Standorten in der Agrarspartenregion Ost vorgesehen.

Die elektronische Saatgutbehandlung gilt als Alternative zur chemischen Beizung: Bei der vom Fraunhofer Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP) entwickelten Technologie werden keine chemischen Pflanzenschutzmittel verwendet, wie die Baywa erläutert. Elektronenbehandeltes Saatgut sei somit sowohl für den konventionellen als auch für den ökologischen Landbau geeignet. Das Verfahren wird derzeit bei Getreidekulturen wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und Triticale eingesetzt, aber auch bei der Behandlung von Mais und Leguminosen. Nach den Worten des Bereichsleiters Saatgut in der Baywa-Agrarspartenregion Ost, Gunter Frohs, wird diese Technologie "sehr gut angenommen".

Die neue, moderne und mobil einsetzbare Anlage soll die bisherige ersetzen. Die Baywa behandelt in ihrer Agrarspartenregion Ost seit 16 Jahren Saatgut elektronisch, wie das Unternehmen berichtet. Im vergangenen Jahr 2018 sollen demnach rund 16.000 Tonnen Saatgut in Deutschland mit Elektronen behandelt worden sein. In diesem Jahr werde diese Zahl erstmals auf 25.000 t steigen, kündigt Baywa an - auch dank der neuen Anlage.

Als Vorteile des elektronmischen Verfahrens hebt André Weidauer vom Fraunhofer Institut die nachhaltige Saatgutproduktion durch das Vermeiden des Einsatzes von chemischen Wirkstoffen hervor. Zudem erreiche die Elektronenbehandlung von Saatgut nachweislich die gleichen Erträge wie konventionelle Saatware, betont er. Preisunterschiede zum chemischen Verfahren gibt es demnach auch nicht.

MBI/jc/ste/8.1.2019

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