11.09.2019 - Genussmittel und Getränke - Nordzucker: In den Startlöchern für Kampagne 2019/20

Zuckerproduzent Nordzucker startet am Donnerstag die diesjährige konzernweite Rübenkampagne im polnischen Werk Chełmża. Wie der Konzern weiter mitteilte, werden im Schnitt Erträge ungefähr auf Vorjahresniveau erwartet - bei allerdings regional sehr starken Unterschieden. Für das Geschäftsjahr 2018/19 gab das Unternehmen die Erträge mit im Schnitt 11,4 Tonnen je Hektar an. Die aktuelle Kampagne soll im Januar 2020 beendet werden.

Nach Auskunft von Nordzucker ist vorgesehen, dass nach dem Kampagnenbeginn im Werk Chełmża (Polen) die Werke in den anderen Ländern in den darauffolgenden Tagen ebenfalls Schritt für Schritt mit der Zuckerproduktion starten. Bis zum 8. Oktober sollen demnach alle Werke im Konzern die Verarbeitung aufgenommen haben. Eine vorgelagerte Dicksaftkampagne im Werk Nordstemmen habe bereits am 9. September begonnen.

Das Unternehmen sieht in diesem Jahr "gute Auflaufbedingungen" gegeben. Nach einer zügigen Aussaat Anfang April hatten die Rüben demnach in fast allen Regionen zunächst gute Start- und Wachstumsbedingungen. Wie bereits im Vorjahr gab es über die Vegetationsperiode hinweg in einigen Regionen während des Sommers jedoch deutlich zu wenig Niederschläge. Besonders betroffen vom ausbleibenden Regen waren laut Nordzucker weite Teile der Anbauregionen in Deutschland und Polen. Dagegen konnten sich die Zuckerrüben in Dänemark, Schweden, Finnland und der Slowakei gut entwickeln, wie der Konzern feststellt. Proberodungen in allen Ländern sollen somit große regionale Unterschiede hinsichtlich der zu erwartenden Erträge zeigen.

Wie der Vorstandsvorsitzende des Zuckerunternehmens, Lars Gorissen, erläuterte, gab es in diesem Jahr in einigen Gebieten in diesem Jahr genug Regen. In anderen Regionen hingegen seien auch von deutlichen Ertragseinbußen auszugehen, machte Gorissen deutlich. Alles in allem rechne der Konzern im Schnitt mit einem Ertragsniveau etwa auf Vorjahresniveau.

Mit Blick auf die aktuelle politische Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Land- und Ernährungswirtschaft betonte er, dass der Zuckerrübenanbau nicht nur attraktiv für die meisten der Rübenanbauern sei, sondern auch "ein aktiver Beitrag zur Vielfalt in der landwirtschaftlichen Fruchtfolge". Außerdem trage die Zuckerproduktion von Nordzucker gerade in den ländlichen Räumen direkt und indirekt zu Arbeitsplätzen und Wertschöpfung bei, machte Gorissen deutlich.

Auch in diesem Jahr wird Nordzucker wieder Ökorüben zu Biozucker verarbeite, wie das Unternehmen bekannt gab. Es hatte im Vorjahr zusätzliche Verträge mit Anbauern in Deutschland, Dänemark, Schweden und Litauen geschlossen und so seine Produktion ausgeweitet. Die Biozucker-Produktion erfolgt demnach in den Werken Schladen, Kedainiai und Nykøbing.

Das Ende der diesjährigen Rübenkampagne von Nordzucker soll nach Unternehmensangaben im Januar erfolgen. Wie der Produktionsvorstand des Konzerns, Axel Aumüller, betonte, sollen die Nordzucker-Werke in allen Ländern gut gerüstet sein für die bis in den Januar laufende Kampagne: Mit den erfolgten Investitionen in die Bereiche Lagerung und Logistik habe man den Markt ebenso fest im Blick wie den Qualitätsanspruch der Kunden.

MBI/12/jc/sru/11.9.2019

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