11.01.2018 - Genussmittel und Getränke - Höhere Umsatzprognose: Südzucker kann von höheren Zuckerexporten profitieren

Höhere Zuckerexporte haben den Umsatz der Südzucker AG in den ersten neun Monaten in die Höhe getrieben. Auch operativ kam das Mannheimer MDAX-Unternehmen voran. Der den Aktionären zustehende Gewinn ging indes um 12 Prozent zurück. Für das Gesamtjahr erwartet der Zucker- und Nahrungsmittelproduzent nun einen höheren Umsatz als bisher.

An der Börse wird die Nachricht zunächt begrüßt. "Die leicht erhöhte Umsatzprognose dürfte gut ankommen, aber da sie die Gewinnprognose unverändert gelassen haben, wird automatisch die Frage nach der Marge aufkommen", sagte ein Händler. Nach der einjährigen Verluststrecke der Aktie dürften die Aussagen aber reichen, um die Aktie nach oben zu treiben.

In den ersten neun Monaten per Ende November kletterte der Konzernumsatz dank höherer Absatzmengen im Zuckerexport sowie bei Cropenergies um 8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Auch das operative Ergebnis profitierte von der Entwicklung bei Zucker, es stieg um 17,5 Prozent auf 384 Millionen. Das Ergebnis nach Steuern und Dritten ging indes auf 161 von 182 Millionen Euro zurück, wie Südzucker berichtete.

Das Segment Zucker konnte bei einem Umsatz von 2,35 Milliarden nach 2,14 Milliarden Euro das operative Ergebnis auf 150 von 77 Millionen Euro nahezu verdoppeln. Dabei war im ersten Halbjahr noch der bis Ende September 2017 zu verzeichnende Anstieg der Zuckererlöse ergebnisbestimmend. Seit Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres im Oktober 2017 sind die Erlöse aber sowohl für Verkäufe in der EU als auch für Exporte deutlich gefallen. Dies belastet seither das Ergebnis, trotz niedrigerer Herstellkosten. Die seit Oktober höheren Exportmengen konnten dies noch teilweise kompensieren, so dass im dritten Quartal das operative Ergebnis noch leicht über Vorjahresniveau lag, wie Südzucker schreibt.

Deutlich nach unten zeigte das Ergebnis trotz leichten Umsatzanstiegs im zweitgrößten Geschäftsfeld Spezialitäten. Hierzu gehören im Konzern Freiberger-Tiefkühlprodukte, Stärke und funktionelle Lebensmittelzutaten. Belastet haben den Bereich höhere Rohstoffkosten. Hinzu kamen Abschreibungen auf neue, nun ganzjährig genutzte Fabrikkapazitäten bei Stärke. Das operative Ergebnis lag nach neun Monaten mit 116 (Vorjahr: 133) Millionen Euro erwartungsgemäß deutlich unter dem außergewöhnlich starken Vorjahr, hieß es.

Nach dem Ende des Berichtszeitraums hat sich Südzucker in dem Bereich mit einem Zukauf in den USA verstärkt. Sie erwarb die Richelieu Foods. Der laut Südzucker größte Tiefkühlpizza-Produzent für Eigenmarken für den US-Lebensmitteleinzelhandel werde mit 435 Millionen US-Dollar bewertet.

Höhere Produktions- und Absatzmengen nach dem Wiederanfahren einer Anlage in Großbritannien ließen den Umsatz in der Sparte Cropenergies steigen. Anders die operative Entwicklung: Da die Ethanolerlöse im Verlauf des dritten Quartals deutlich sanken und zudem die Rohstoffkosten stiegen, ging das operative Ergebnis auf 59 von 60 Millionen Euro zurück. Cropenergies hatte Zahlen am Vortag vorgelegt und dabei vor weiter stark schwankenden Ethanolpreisen gewarnt. Bis zum Ende des Geschäftsjahres dürften sie deutlich unter Vorjahr liegen. Gleichzeitig werden höhere Getreidepreise erwartet. Im Südzucker-Segment Frucht sei planmäßig ein Ergebnisanstieg bei stabilem Umsatz erzielt worden.

Ebenfalls am Donnerstag legte die österreichische Beteiligung Agrana Zahlen vor. Sie meldete für die ersten drei Quartale bei einem um gut 2 Prozent höheren Umsatz ein um ein Viertel höheres Ergebnis (EBIT) von 172 Millionen Euro. Vorstandsvorsitzender Johann Marihart sprach von einem zufriedenstellenden Neunmonatsergebnis, vor allem dank des starken ersten Halbjahrs. Im dritten Quartal habe das EBIT wegen gestiegener Rohstoffkosten und gesunkener Zuckerpreise wie erwartet deutlich unter Vorjahr gelegen.

Beim Umsatz im Gesamtjahr ist Südzucker nun etwas zuversichtlicher: Das Unternehmen erwartet 2017/18 nun 6,9 bis 7,1 Milliarden nach bisher 6,7 bis 7,0 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es 6,5 Milliarden. Das operative Ergebnis wird weiter bei 425 bis 500 Millionen Euro gesehen nach 426 Millionen Euro 2016/17.

MBI/DJN/ses/ssc/11.1.2018

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