30.11.2018 - Genussmittel und Getränke - Cellobiose und Allulose: BMEL fördert Entwicklung neuartigen Zuckers

Das Bundesernährungsministerin (BMEL) fördert im Rahmen der Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Deutschland ein Forschungsvorhaben zur Entwicklung kalorienarmer Zucker aus der Rübe. Dafür stellt das Ministerium 1,6 Millionen Euro aus seinem Innovationsprogramm zur Verfügung, wie es jetzt mitteilte. Zum "neuen Zucker" zählen unter anderem Cellobiose und Allulose.

Den Förderbescheid, den Bundesernährungsministerin Julia Klöckner dem Koordinator des Projekts "Neuartige, kalorienarme Zucker in Lebensmitteln", Timo Koch, jetzt zukommen ließ, begründet sie damit, dass zu viele Erwachsene und Heranwachsende aufgrund einer nicht ausgewogenen Ernährung übergewichtig oder sogar krank machend adipös seien. Daher ziele die Reduktions- und Innovationsstrategie des BMEL darauf ab, den Anteil an Zucker, Fetten sowie Salz und damit die Gesamtkalorienzahl in Fertigprodukten zu senken. Allerdings könne man zum Beispiel Zucker nicht einfach weglassen, da er nicht nur für den Geschmack, sondern auch für die Konsistenz eines Produktes verantwortlich sei, erklärte Klöckner. Zudem treffe gar kein Zucker nicht automatisch den Verbrauchergeschmack.

Ähnlich ist es demnach mit bisher bekannten alternativen Süßstoffen. Deshalb stelle sich die Frage, ob man den traditionellen Zucker durch "neuen Zucker" ersetzen könne, der ebenfalls aus der heimischen Zuckerrübe gewonnen wird, so die Ministerin. Da dies offenbar möglich ist, soll das im BMEL eingereichte Projekt zur Entwicklung kalorienarmer Zucker volle Unterstützung bekommen. Denn dieses Projekt hält Klöckner für eine echte Innovation im Bereich der Lebensmittelverfahrenstechnik, weil es Perspektiven schafft, den Kaloriengehalt in natürlichem Zucker zu reduzieren, ohne die Konsistenz und den Geschmack der Lebensmittel zu beinträchtigen. "Dieses Projekt ist ein aktiver Beitrag zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung", betonte Klöckner.

Das Forschungsvorhaben "Neuartige kalorienarme Zucker in Lebensmitteln" ist ein Joint Venture aus Wirtschaft und Forschung mit der RWTH Aachen, der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Savanna Ingredients, Pfeifer & Langen sowie der Krüger GmbH. Ziel des Projekts ist es, neuartige Zucker wie Allulose und Cellobiose einzusetzen, die gegenüber der Saccharose deutliche Vorteile aufweisen sollen, und zwar hinsichtlich des Kaloriengehaltes und gesundheitsrelevanter Eigenschaften wie der Vermeidung von Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei betont das Ministerium, dass Allulose und Cellobiose natürlichen Ursprungs seien: Allulose, das aus regional angebauten Zuckerrüben gewonnen wird, ist demnach ein rein pflanzlicher Rohstoff, der in der Natur auch in getrockneten Feigen, Kiwis oder Rosinen vorkommt. Cellobiose werde aus regional angebauten Zuckerrüben hergestellt und finde sich als rein pflanzlicher Rohstoff in der Natur unter anderem auch in Kiefernnadeln, Honig und Mais.

MBI/12/jc/sru/30.11.2018

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