12.06.2019 - Genussmittel und Getränke - Baden-Württemberg: Trend geht zu weißen Rebsorten

In Baden-Württemberg tendiert das Sortenspektrum inzwischen stärker in Richtung Weißweine, nachdem in den 1990er-Jahren noch eher Rotweine gefragt waren. Wie das Statistische Landesamt in Stuttgart jetzt mitteilte, wuchsen in den vergangenen fünf Jahren im badischen Anbaugebiet die Flächen mit weißen Rebsorten um 3 Prozent auf 9.416 HektareHektar. Im rotweinbetonten württembergischen Anbaugebiet legten die Weißweinflächen sogar um 6 Prozent auf 3.613 ha zu. Nach den jüngsten Erhebungen der Statistikbehörde umfassten die Rebflächen in Baden-Württemberg 2018 rund 27.247 ha. Davon befanden sich 15.828 ha im Anbaugebiet Baden und 11.398 ha im württembergischen Anbaugebiet.

In den badischen Weinbaubereichen habe insbesondere der Ruländer (Grauburgunder) vom gesteigerten Genuss an Weißweinen profitiert, berichtet das Landesamt. In den zurückliegenden fünf Jahren wurde diese Fläche um 233 auf 2.129 ha erweitert. Die Rebfläche mit Weißburgunder wurde demnach ebenfalls vergrößert, um 173 auf 1.546 ha. Bei Chardonnay registrierten die Statistiker ein Anbauplus von 64 auf 259 ha und bei Sauvignon Blanc um 28 auf 138 ha.

Einbußen gab es demnach für die wichtigsten badischen Rebsorten Spätburgunder (minus 202 auf 5.389 ha) und Müller-Thurgau (minus 162 auf 2.397 ha). Beim Riesling wurde die Fläche um 100 auf 1.019 ha vermindert.

Auch im Anbaugebiet Württemberg wurden nach den Erhebungen des Landesamtes die Flächen der klassischen Rebsorten Trollinger um 143 auf 2.139 ha und Schwarzriesling um 160 auf 1.379 ha reduziert. Nennenswert dagegenhalten konnte danach im Rotweinbereich nur die württembergische Paradesorte Lemberger, deren Anbau um 94 auf 1.760 ha wuchs. Inzwischen setzen die Winzer dort verstärkt auf die bisher in Württemberg weniger verbreiteten Rebsorten Ruländer, Weißburgunder und Chardonnay, die um 76 auf 223 ha, um 60 auf 170 ha sowie um 42 auf 99 zulegten. Der Anbauumfang der wichtigsten Weißweinsorte Riesling sei dagegen bei 2.121 ha nahezu unverändert geblieben, gab die Statistikbehörde bekannt.

MBI/jc/ste/12.6.2019

Weitere Plattformen der MBI Infosource